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Vollständige Liste der Ansprechpartner der DLRG Ortsgruppe Hemsbach e.V. findest du hier .
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Das Hochwasser an Elbe, Saale, Donau und Mulde und deren Zuflüssen in diesem Jahr übertrifft alles bisher Dagewesene. Die Pegel überschreiten vielen Orts die bisherigen Pegelhöchststände um mehrere Zentimeter. Helfer aus ganz Deutschland eilen an die Einsatzstellen um dort ihr Möglichstes zu tun die Deiche vor dem Brechen zu schützen oder die eingeschlossenen Menschen mit dem nötigsten zu versorgen oder zu evakuieren.
Auch der 2. Wasserrettungszug des Landes Baden-Württemberg wurde angefordert und begab sich am Freitag auf den Weg zur Lutherstadt Wittenberg um die dortigen Einsatzkräfte zu unterstützen. Der Zug umfasste insgesamt 6 Fahrzeuge, die Strömungsretter aus Weinheim, Ladenburg, Leimen, Mannheim, Heidelberg und Eberbach sowie Bootsführer und Taucher aus Eberbach und Hemsbach transportierten. Zusätzlich führte der Zug ein Schlauchboot aus Mannheim, einen Anhänger mit Technik wie beispielsweise einem Lichtmast aus Heidelberg sowie zwei Hochwasserarbeitsbooten aus Hemsbach und Eberbach mit.
Der 2. Wasserrettungszug und somit auch die Hemsbacher Helfer wurden an verschiedenen Stellen zu verschiedenen Arbeiten eingesetzt. Am ersten Tag im Schadensgebiet bekam der Zug die Aufgabe eine ansässige Ortsgruppe der DLRG bei der Evakuierung der Gemeinde Elster (Elbe) mit rund 2500 Einwohnern zu unterstützen. Hierzu wateten Strömungsretter zu den betroffenen Häusern, um Bewohner auf die noch ausstehende Scheitelwelle hinzuweisen und die Evakuierung anzubieten. Viele Einwohner lehnten allerdings eine Evakuierung mit der Aussage „Wir haben das Hochwasser 2002 hier im Haus überstanden und wir werden auch dieses Hochwasser hier im Haus überstehen.“ ab. Nicht wenige Bewohner hatten sich im Voraus mit Wasser- und Lebensmittelvorräten eingedeckt und sich ein Notstromaggregat sowie Campingtoiletten besorgt, da die Gemeinde im Überflutungsgebiet das Wasser und den Strom abgestellt hatte. So blieb den Wasserrettern der DLRG nicht viel anderes übrig als den Bewohnern die Evakuierung nahezulegen, auf die gesundheitlichen und hygienischen Probleme und Gefahren des Hochwassers hinzuweisen und die weniger Einwohner, die sich doch zur Evakuierung entschieden, aus dem Überflutungsgebiet zu transportieren.
Am nächsten Einsatztag bekamen die Wasserretter aus Baden den Auftrag gemeinsam mit einem Wasserrettungszug aus Württemberg einen Deich bei Dabrun zu verteidigen. Dort verlegten die beiden Wasserrettungszüge der DLRG gemeinsam mit Helfern der Wasserwacht aus Naumburg (Saale), der freiwilligen Feuerwehr Dabrun und der deutsch-französischen Brigade der Bundeswehr Torffolie auf der dem wasserzugerichteten Deichseite um den Deich zu entlasten und einige Sickerstellen, sogenannte „Quellkarten“, des Deiches zu verschließen. Bei dieser Arbeit waren Bundeswehr und Feuerwehr für die Anlieferung von Sandsäcken in das Einsatzgebiet und das Verladen der Säcke auf die Boote der DLRG zuständig. Die Boote transportierten diese Sandsäcke anschließend rund 1000 Meter über einen 2m hoch überfluteten Polder zu dem Deichabschnitt an dem die Wasseraustritte am Deich beobachtet wurden. Dort nahmen wiederum Kräfte der Bundeswehr die Sandsäcke in Empfang und transportierten sie durch eine Menschenkette direkt an die Einsatzstelle der DLRG. Hier verlegten Strömungsretter und Einsatztaucher gemeinsam die Deichfolie, die weiteres Eindringen von Wasser in den Deich vermeiden soll, und beschwerten sie mit den Sandsäcken um die Folie zu fixieren. An diesem Abschnitt schafften es die Einsatzkräfte innerhalb von 8 Stunden Folie auf einer Breite von 100 Metern zu verlegen und dadurch den Wasseraustritt aus dem Deich zu stoppen. Ohne diesen Einsatz hatte die Gefahr bestanden, dass der Deich zu stark aufweicht und dadurch seine Stabilität verliert und bricht.
Der dritte Einsatztag des Wasserrettungszuges aus dem Rhein-Neckar-Kreis war für viele Helfer das Highlight des Einsatzes. An diesem Tag bekam der Zug den Auftrag gemeinsam mit Kräften eines weiteren DLRG-Zuges, der Bundeswehr sowie der örtlichen Feuerwehr einen Deich zu verteidigen, der zu brechen drohte. Die Einsatzkräfte bekamen zusätzlich die Information, dass falls dieser Deich brechen sollte, rund 10000 Bewohner der umliegenden Gemeinden evakuiert werden müssten. Dies war den Helfern eine zusätzliche Motivation. Bei der Ankunft im Einsatzgebiet mussten die Helfer feststellen, dass die Bundeswehr bereits begonnen hatte mit Hilfe der Heeresflieger und deren Hubschrauber sogenannte Bigbags in benachbarten Bereichen abzuschmeißen. Bei diesen Bigpbags handelt es sich um überdimensionale Sandsäcke mit einem Fassungsvermögen von 1000 bis 1300 Kilogramm und sie sind in der Regel das letzte Mittel um einen Deichdurchbruch zu vermeiden oder einen gebrochenen Deich zu stabilisieren. Die Helfer rechneten also schon mit dem schlimmsten für ihr Einsatzgebiet. Dennoch wurde beschlossen, dass die DLRGler ihr Bestes geben sollten, um den Deich zu halten und zu schützen. Da die Einsatzstelle 1 mit den Fahrzeugen der DLRG nichtmehr zu erreichen war, wurde alles Material und Personal mit Hilfe der Bundeswehr an den Deich verlegt. Hierfür wurden hauptsächlich LKWs mit hoher Wattiefe eingesetzt. Am Deich selbst erfolgte prinzipiell die gleiche Arbeit wie am vorherigen Tag: Die Bundeswehr und die Feuerwehr organisierten Sandsäcke, die DLRG-Boote brachten sie zur Einsatzstelle wo die weiteren Kräfte der DLRG die Sandsäcke und Folien verarbeiteten. Auch an dieser Stelle konnten die Einsatzkräfte einen Deichdurchbruch vermeiden und so die Gemeinde Priesitz und deren Nachbargemeinden vor dem Hochwasser und der Evakuierung bewahren.
Am vierten und letzten Tag im Einsatzgebiet wurde der Zug morgens in Einsatzbereitschaft gesetzt, um eventuell in Seegrehna die dortigen Einsatzkräfte zu unterstützen, da sich die dortige Lage zuzuspitzen drohte. Doch die Einsatzkräfte, die in der Gemeinde im Einsatz waren, wurden der Situation Herr, sodass der Badener Zug nicht zum Einsatz kam.
Überall wo sie während gesamten Einsatzes eingesetzt wurden, erfuhren die Helfer aus dem Rhein-Neckar-Kreis eine unglaubliche Gastfreundschaft und Dankbarkeit der Einwohner. Beispielsweise wurden die Einsatzkräfte während sie bei Dabrun auf ihre Befehle warteten mit Eis aus einer nahegelegenen Eisdiele versorgt und in Priesitz erhielten die Einsatzkräfte vom Koch des Restaurant „Priesitzer Hof“ sowohl ein ausgiebiges Mittagessen als auch ein umfangreiches Abendessen nach dem Einsatz und zusätzlich noch „Fresspakete“ zu mitnehmen direkt an die Einsatzstelle.
Die meisten Einwohner der betroffenen Gemeinden waren sehr überrascht, dass alle Kräfte der DLRG ehrenamtliche Helfer sind, die im „normalen“ Leben gewöhnlichen Berufen nachgehen. Die Bewohner sind davon ausgegangen, dass die DLRGler eine Art Spezialeinheit des Bundes sind, die bundesweit in Katastrophengebieten eingesetzt werden, wenn die Lage dort besonders kritisch wird.
Bei ihrer Ankunft in Hemsbach am Dienstag wurden die Wasserretter von den daheim gebliebenen DLRGlern mit einem großen Plakat und einem Grillfest aufs herzlichste begrüßt. Wieland Göpfert, 1. Vorsitzender der DLRG Hemsbach und selbst im Katastrophenschutz-Einsatz als Kraftfahrer und Einsatztaucher eingesetzt, dankte allen Helfern für ihren ehrenamtlichen Einsatz und allen den restlichen DLRGlern für ihren umwerfenden Empfang. Er erklärte, dass es nicht selbstverständlich sei, „dass man sich freiwillig meldet, um Personen zu helfen, die man nicht kennt und deren Notlage für viele ganz weit weg und nur eine Schlagzeile in den Medien ist.“ Göpfert wies auch nochmal darauf hin, dass die DLRG Hemsbach bei der Anschaffung neuer Einsatzmaterialien stark von Spendenmitteln abhängig ist. Außerdem betonte er, dass sich alle Einsatzmittel, die die DLRG Hemsbach in den vergangenen Jahren mit Hilfe dieser Spendenmittel anschaffen konnte, bei jedem Einsatz, sei es nun im Katastrophenschutz, im Wasserrettungsdienst oder auch während des Wachdienstes der DLRG am Wiesensee, bewährt haben und "jeden Cent wert sind".
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